Symposium

kuratiert von Sabine Sanio (in deutscher und englischer Sprache)

Das im Rahmen des Festivals durchgeführte Symposium beleuchtet unterschiedlichste Perspektiven elektronischer Musik von Komponistinnen. Einen thematischer Schwerpunkt setzt das Panel mit einer historischen Perspektive auf die Komponistinnen des GRM. Weiter möchten wir ausgehend von der Arbeit der Stimmvirtuosin Cathy Berberian, die Konstellation zwischen Komponist und Interpret genauer beleuchten. Wir fragen nach dem schöperischen Verhältnis von Komposition und Performance.

Donnerstag 8.12.2016
Panel II : Stimme, Performance und Werk in der elektronischen Musik
Freitag 9.12.2016
Panel II: Die Komponistinnen der Groupe de Recherches Musicales (GRM)

mehr Details

 

Heroines

Maryanne Amacher (USA) *1938 - 2009
Bebe Barron (USA) 1925 - 2008
Cathy Berberian (USA) 1925 - 1983
Johanna Magdalena Beyer (DE/USA) 1888 - 1944
Suzanne Ciani (USA) *1946
Delia Derbyshire (GB) 1937 - 2001
Maddalena Fagandini (GB) 1929 - 2012
Beatriz Ferreyra (ARG) *1937
Christine Groult (FR) *1950
Else Marie Pade (DK) 1924 - 2016
Daphne Oram (GB) 1925 - 2003
Pauline Oliveros (USA) 1932 - 2016
Éliane Radigue (FR) *1932
Teresa Rampazzi (IT) 1914 - 2001
Monique Rollin (FR) 1927 - 2002
Alice Shields (USA) *1943
Pril Smiley (USA) *1943
Laurie Spiegel (USA) *1945

 

Filmprojektion & Soundbar

Im Foyer des HAU erwartet die Festivalbesucher eine Ausstellung mit Video-Portraits und eine Sound-Bar. Täglich ab 18.00 Uhr geöffnet, offeriert die Soundbar eine von den Künstlerinnen und dem Festivalteam kuratierte Auswahl. Die Heroines of Sound Selections umfasst über 50 Titel, das musikalische Spektrum der Hörstücke reicht von Tapemusik der Musique Concrète über Remixe bis hin zu Soundart.

In Zusammenarbeit mit der IMAfiction, Institut für Medienarchäologie (St.Pölten,Österreich) präsentiert das Heroines of Sound Festival Filmportraits von: Electric Indigo, Maryanne Amacher, Anne la Berge, Éliane Radigue, Suzanne Ciani

www.ima.or.at/imafiction

Special Feature

Im Fokus der Heroines of Sound 2016 stehen Beatriz Ferreyra (*1937) und Christine Grollt (*1950), zwei Komponistinnen, die eng mit der groupe de recherches musicales (GRM) kooperierten, beim Studio jedoch wenig Akzeptanz fanden und bis heute als Geheimtipp der elektronischen Musik gelten. Einen weiteren Schwerpunkt setzen wir ausgehend von der Stimmvirtuosin Cathy Berberian (4. Juli 1925– 6. März 1983), der bedeutendsten Pionierin neuer Gesangspraxis im 20 Jahrhundert. Berberians Kunst, die keine Rücksicht auf überkommene ästhetische Imperative kennt und alle Aspekte der menschlichen Stimme zeigt, war stilbildend für Generationen von Komponisten und Performern.

 

Installation

SHIROSHI
Eine performative Klang-, Licht-, Video- und Rauminstallation der Künstlerin Miako Klein

Miako Klein: Blockflöte, Klang- und Rauminstallation, Gesamtkonzeption
Michael Weilacher: Percussion
Martin Boverhof: Video
Carolin Liedtke: Licht

Eröffnungsperformance: 8. Dezember 2016, 18.00 UHR

Ausstellung vom 8.-11. Dezember 2016

09.12    15.30 Uhr – 17.30 Uhr Installation / 18.30 Uhr Performance
10.12.    18.00 Uhr – 20.00 Uhr Installation
11.12.      16.00 Uhr – 20.00 Uhr Installation

Galerie BRAENNEN, Stresemannstraße 25, Berlin 10963

 

PROGRAMM DETAILS

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Donnerstag 8. Dezember 2016

ERÖFFNUNG 18.00 Uhr

SHIROSHI in der Galerie BRAENNEN
Performance / Installation → Galerie BRAENNEN

SOUND-BAR im Foyer HAU2
Heroines of Sound Selection – Idee & Gestaltung: Jutta Ravenna

 Die Heroines of Sound Selection, eine von den Künstlerinnen und dem Festivalteam kursierte Auswahl, umfasst über 50 Titel. Das musikalische Spektrum der Hörstücke reicht von Tapemusik der Musique Concrète über Remixes bis hin zu Sound Art. 

FILMPORTRAITS im Foyer HAU2
von: Electric Indigo, Anne la Berge, Maryanne Amacher, Eliane Radigue, Andrea Sodomka, Suzanne Ciani
aus der Reihe IMAfiction, Institut für Medienarchäologiewww.ima.or.at/imafiction

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KONZERT 20.00 UHR

PORTRAIT CATHY BERBERIAN (1925-1983) → cathyberberian.com
Sängerin und Stimmperformerin, die bedeutendste Pionierin einer neuen Gesangspraxis in der Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Wie keine andere Interpretin ihrer Zeit war sie auf höchstem, gesanglichen Niveau zu Erkundungen jenseits des traditionellen Belcanto-Gesangs bereit. Zahlreiche Komponistinnen und Komponisten arbeiteten mit ihr zusammen und widmeten ihr Werke, in denen sie die unkonventionelle Behandlung der Stimme weiterentwickelten. Auch nachfolgende Komponistengenerationen konnten auf den neu erschlossenen Möglichkeiten der Gesangsperformance aufbauen und Kompositionen realisieren, die alle Aspekte der menschlichen Stimme zeigen – ohne Rücksicht auf überkommene ästhetische Imperative.

JOHN CAGE — Aria
Stimme: Anna Clementi

LUCIANO BERIO — Film: C'è Musica e Musica
(TV RAI, 1972) Episode 5: "Mille  una voce" → cathyberberian.com/video
In dieser Folge zeigt Cathy Berberian, wie unglaublich sie ihre Stimme adaptiert. Berberian singt quer durch allen Genres Werke von Monteverdi Purcell, Rossini, Bizet, Offenbach, Massenet, Debussy, Ravel, Gershwin, Falla, Weill, Schönberg und den Beatles.

LUCIANO BERIO — Sequenza III* (1966) 
für Stimme Solo, Text: Markus Kuttner; Stimme: Anna Clementi → Berio Sequenza III

Das Singen ist nur eines von zahlreichen Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme, von denen Berio hier Gebrauch macht. In den Zeichenerklärungen listet er 15 Techniken auf, darunter „Lachsalven, Zähneklappern, Zungentriller gegen die Oberlippe“ sowie 44 Vortragsbezeichnungen, wie „entfernt, verträumt, ekstatisch, äußerst intensiv, verklingend“... “Sequenza III” ist eine einmalige Herausforderung, ein Stück einzigartiges Musiktheater für eine Sängerin, die Berio nicht nur für seine Frau Cathy Berberian komponiert hat, sondern gleichermaßen über sie.

LAURIE SCHWARTZ — Outtakes from the Baroness Tapes No. 4 (Uraufführung)  zkm/Schwartz
Stimme: Anna Clementi; Live-Elektronik: Laurie Schwartz

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PORTRAIT ANNA CLEMENTI → www.annaclementi.com
Meine Ruh ist hin (2016)
Hot Voodoo (2016)
This is not a Love Song (2016)
Together again (2016)
Is this there all there is (2016)
Interplanetary Addiction (2016)
Stimme: Anna Clementi, Bassgitarre: Thomas Stern; Laptop, Elektronik: Alexander Christou

                                                                            

SOFIA HÄRDIG – Live Sentences  → www.sofiahardig.net

PERERA ELSEWHERE  Sasha Perera & band  → fofmusic.net.perera-elsewhere

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Freitag, 9. Dezember 2016

KONZERT 20.00 UHR

Das Konzert beginnt mit einer Hommage an die Komponistinnen der “Groupe de Recherches Musicales“ (GRM).

Zu hören sind vier sehr verschiedene elektronische Werke von Monique Rollin (1927-2002), Christine Groult (*1950) und Beatriz Ferreyra (*1937).

Diese klassischerweise in Stereo produzierten Stücke aus den Jahren 1952 bis 2011 werden von den Komponistinnen interpretiert und verräumlicht mit dem eigens für diesen Abend und für diesen Saal zusammengestellten Acousmonium (Lautsprecher-Orchester). 

Für das Stück "Etude Vocale" (1952) nahm Monique Rollin nur einen einzigen Gesangston pro Stimme auf, den sie mit Hilfe des Phonogène transponierte, der gerade neu eingetroffenen Wundermaschine des Club d'Essai, wie sich der Vorläufer der GRM nannte. Diese komplexe Tonbandmaschine konnte mit Hilfe von zwölf rotierenden Tonköpfen vorab auf Tonband aufgenommene Klänge in Halbtonschritten transponieren, ohne ihre Dauer zu verändern. So entstand diese elektroakustische Version eines dreistimmigen Vokalstückes aus dem 13ten Jahrhundert. (aus: R. Friedl im Interview, WDR3 Open, Studio Elektronische Musik, 2014)

 

AKUSmaTISCHE Musik (Rollin, Groult, FERREYRA)

MONIQUE ROLLIN (1927 - 2002) — Etude Vocale (1952) Tonbandkomposition

CHRISTINE GROULT (*1950) — Promenade d'Enfance (1990)

   CHRISTINE GROULT (*1950) — Condition Captive (2003)                                                      

BEATRIZ FERREYRA (*1937) — Les Larmes de l'Inconnu (2011)

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DORIT CHRYSLER — Hands Off (2015) Theremin, voice, electronics → doritchrysler.com

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CLARA MAÏDA Later Jester (2012) Kontrabass-Klarinette und Elektronik→ claramaida.com

CLARA MAÏDA Fluctuatio (in)animi 1er volet du cycle Psyché-Cité/Transversales (2006), Ensemble und Elektronik

CLARA MAÏDA Ipso Facto 2ième volet du cycle Psyché-Cité/Transversales (2007), Elektronische Mehrkanalkomposition

LOÏSE BULOT — Insomnis (Uraufführung) Ensemble, Elektronik, Visuals / fl, kbkl, perc, vl, va, vc, kb → loisebulot.com

ENSEMBLE KNM BERLIN → kammerensemble.de
(Tonregie Andre Bartetzki)
Rebecca Lenton, Flöte; Theo Nabicht, Kontrabassklarinette; Alexandre Babel, Schlagwerk; Theodor Flindell, Violine;
Kirstin Maria Pientka, Viola; Ringela Riemke, Violoncello; Jonathan Heilbron, Kontrabass

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ELISABETH SCHIMANA — In die Sonne (2016, Deutsche Erstaufführung) 6-Kanal Elektronik-Performance → elisabetschimana.at

 

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Samstag, 10. Dezember 2016

KONZERT 20.00 UHR

LUCRECIA DALT — Interfolds  Synthesizer, Bass, Vocoding → lucreciadalt

NATALIE BERIDZE – Mapping Debris  → www.natalieberidzetba

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CATHY BERBERIAN (1925-1983) — Stripsody (1966) → cathyberberian.com
Stimme: Ute Wassermann
Cathy Berberians onomapoetische Komposition basiert auf dem visuellen Material von Comiczeichnungen, beginnend mit „Tarzangeheul“ über Splashes, Bongs and Birds entfaltet die Künstlerin ein hybrid virtuoses Klangpanoptikum sogenannter „Alltagskultur“. 

UTE WASSERMANN — Strange Song (2015) Solo für Stimme und Vogelpfeifen → femmes-savantes.net/ute-wassermann

ANNETTE KREBS — Konstruktion#2: Karkk (2016) Solo für drei Bleche, eine Saite, Stimmen und live Elektronik → annettekrebs.eu

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AUDREY CHEN  — Stag Song (2016)  Solo Stimme → audreychen

JD ZAZIE  — Memory Loss experimentelles DJ Set mit Elektronik → jdzazie.tumblr.com

 

AFTERSHOW @ WAU 23.00 UHR

DJ MO
Mo Loschelder, eine der Kuratorinnen des Festivals, huldigt in einem eklektischen DJ Set dem Sound elektronischer Pionierinnen und zeitgenössischer Musikerinnen.
→ wikipedia.Mo_Loschelder

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 SYMPOSIUM

FREITAG, 09.12. im HAU2 um 18:00 UHR /  in deutscher und englischer Sprache
Panel I : Stimme, Performance und Werk in der elektronischen Musik
Key-Note: Hannah Bosma (Musikwissenschaftlerin) – Teilnehmer: Hannah Bosma, Anna Clementi (Sängerin/Komponistin)Marie-Louise Herzfeld-Schild (Musikwissenschaftlerin, Universität Köln)Sabine Sanio (Musikwissenschaftlerin, Berlin)

Die Diskussion am Freitag, dem 9. Dezember, geht mit Blick auf die elektronische Modifikation und Transformation der weiblichen Stimme verschiedenen, auch für die weibliche elektronische Musik zentralen Fragen nach. Während in der Konstellation von Werk, Interpretation und Performance die Sängerinnen stets große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, bleibt auch für sie die Kooperation zwischen Interpretinnen und Komponistinnen entscheidend. Mit eigenen Performances machen sie sich von der kompositorischen Autorität unabhängig, indem sie diese für sich selbst beanspruchen.
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 SAMSTAG, 10.12. im HAU2 um 18:00 UHR /  in deutscher und englischer Sprache
Panel II : Die Komponistinnen der Groupe Recherche Musicales (GRM)

Key-Note: Reinhold Friedl (Musiker, Berlin/Wien) – Teilnehmer: Beatriz Ferreyra (Komponistin, Berlin), Reinhold Friedl, Christine Groult (Komponistin, Paris), Clara Maïda (Komponistin, Paris/Berlin), Bettina Wackernagel (Heroines of Sound, Berlin)

Das zweite Panel am 10. Dezember ist den Pionierinnen elektronischer Musik im Umfeld der französischen Groupe Recherche Musical (GRM) gewidmet. Obwohl es im Umfeld dieser von Pierre Schaeffer 1958 gegründeten Komponistengruppe auch viele Komponistinnen gab, konnten sich diese in der Gruppe nie wirklich durchsetzen. Die Panelteilnehmer diskutieren neben der Situation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch die aktuelle Situation.

 

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SHIROSHI

Eine performative Klang-, Licht, Video- und Rauminstallation der Künstlerin Miako Klein
Miako Klein: Blockflöte, Klang- und Rauminstallation, Gesamtkonzeption,
Michael Weilacher: Percussion, Martin Boverhof: Video, Carolin Liedtke: Licht

ORT
Galerie BRAENNEN, Stresemannstraße 25, Berlin 10963

ZEITEN
8. Dezember 18.30 Uhr – Performance / Festivaleröffnung
9. Dezember 15.30-17.30 Uhr – Installation, 18.30 Uhr – Performance
10. Dezember. 18.00-20.00 Uhr – Installation
11. Dezember 16.00-20.00 Uhr – Installation


Programmänderungen vorbehalten

 

FESTIVAL  ADDRESSE

HAU Hebbel am Ufer

HAU2: Hallesches Ufer 32 / 10963 Berlin

U-Bahn Hallesches Tor, Möckernbrücke
S-Bahn Linien S1 und S2 Haltestelle Anhalter Bahnhof
Bus M41, M29, 123, 265
 

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