HEROINES OF SOUND FESTIVAL – 4th edition

7–9.07.2017 @ Radialsystem, DE-Berlin

Jagoda Szmytka / Elzbieta Sikora / Katarina Glowicka / Małgorzata Walentynowicz / Electric Indigo / Pilocka Krach / Joanna Wozny / Lisa Streich / Marisol Jiménez / Iris ter Schiphorst / Oxana Omelchuk / ensemble mosaik / Heidi Mortenson / Jasmine Guffond / Heidrun Schramm / Chra / Alessandra Eramo / hiT͟Hərˈto͞o / Zorka Wollny / Noa Gur

Photos below © Udo Siegfriedt or © Marco Microbi. Check more photos on Flickr and here.

PROGRAMMÜBERSICHT


Freitag, 7. Juli 2017
Das Festival beginnt mit einem Panel zur Vernetzung von Frauen* in elektronischer Musik.
Anschließend werden die Video-Installationen von Zorka Wollny und Noa Gur eröffnet.
Der erste Teil des Konzertabends vermittelt einen Einblick in die aktuelle polnische Musik. Den Auftakt bildet Jagoda Szmytkas „Gameboy“, ein Spiel beständiger Transformation. Als Hommage an Elżbieta Sikora präsentieren wir drei ihrer Kompositionen für Klavier und Elektronik. Wie Szmytka kombiniert auch Katarina Glowicka in „Sun Spot“ Musik und Video.
Die Achtkanal-Computermusik „Tolkowsky’s Refraction“ der österreichischen Musikerin Electric Indigo ist ein Auftragswerk des Festivals und basiert auf Tolkowskys Modell für den idealen Diamantenschliff. Mit Pilocka Krachs „Sugar Cane“ erklingt zum Abschluss des Abends „pure electro post rave simplicity”.

Samstag, 8. Juli 2017
Das Panel bietet Gelegenheit, einige der am Festival beteiligten polnischen Komponistinnen und ihre Arbeitsweise genauer kennenzulernen.
Die Kompositionen im Konzert des Ensemble Mosaik verbinden Instrumentalklänge mit elektronischen Klängen. Darunter sind zwei Uraufführungen: Sometimes II von Iris ter Schiphorst, das zweite Auftragswerk des Festivals, und „Yiríya áiteiyá” von Marisol Jiménez.
Joanna Wozny spielt in „Like little … sunderings“ mit Bezügen zu Becketts „Happy Days“. Lisa Streich konfrontiert in „Zucker“ eine spielerische Mechanik mit der österlichen Auferstehungsidee. Oxana Omelchuk neue Fassung ihres Stücks „Staahaadler Aff“ beruht auf Samples aus Spielautomaten und Drumcomputern.
Den Abend beschließt Heidi Mortenson mit ihrer Performance „Tid“ für Live-Elektronik.

Sonntag, 9. Juli 2017
Das Panel des letzten Abends diskutiert das neurowissenschaftliche Embodiment als Interpretationsansatz für die elektronische Musik.
Im Konzert zeigen fünf Performerinnen die aktuelle Vielfalt der Live-Elektronik. Chras Performance „On a Fateful Morning“ evoziert mit tieffrequenten Sinuswellen außergewöhnliche und extreme Situationen. Alessandra Eramo kombiniert in ihrer Performance „Sued“ Stimme und Elektronik. hiTHər’too präsentiert mit “ttsb within” die aktuelle Version ihres experimentellen Techno-Projekts. In ihrer Vierkanalkomposition „Cantata profana“ (UA) transformiert Heidrun Schramm Aufnahmen von Liedern unterschiedlicher Herkunft zu einer neuen Komposition. Zu Jasmine Guffonds mikroskopischer Studie „Traced“ über elektroakustische Phänomene zeigt Ilan Katin Live-Visuals.

Unabhängig von den Abendveranstaltungen können Video-Installation, Video-Portraits und Sound-Bar während des ganzen Festivals besucht werden

PANELS

Im Rahmen des Festivals Heroines of Sound finden auch 2017 wieder Diskursveranstaltungen statt, die die Situation von Künstlerinnen in der elektronischen Musik aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und ausführlich diskutieren. Dies sind die Themen der geplanten drei Panels:

PANEL 1
Frauen* in der elektronischen Musikszene: Engagement, Vernetzung, Öffentlichkeit

7. Juli 2017, 17.30 Uhr, STUDIO B
Frauen* sind in der elektronischen Musik nicht nur als Komponistinnen und Musikerinnen, sondern ebenso als Kuratorinnen, Konzertveranstalterinnen und Blog-Aktivistinnen aktiv. Ohne ihr persönliches Engagement wären diese Projekte undenkbar. Jedes dieser Projekte hat seine eigene Zielsetzung, Thematik und Geschichte, für alle ist öffentliche Aufmerksamkeit von zentraler Bedeutung. Die Diskussion über unterschiedliche Strategien, Ideen und Erfahrungen von Frauen* in der elektronischen Musik soll Kommunikation und Vernetzung zwischen den verschiedenen Projekten und den unterschiedlichen musikalischen Sparten befördern.
TeilnehmerInnen: Luisa Aha: Specs On! International Feminist Art Music Festival; Elie Gregory: Meetup Berlin; Electric Indigo: female:pressure; Katja Lucker: Musicboard Berlin; Caoimhe McAlister: We Make Waves; Inge Morgenroth und Angela von Tallián: Wie es ihr gefällt; Conrad Noack, Ausland, Berlin; Kirsten Reese: Musik und Gender im Internet (MUGI); Cymin Samawatie: Female voice of Iran; Elisabeth Schimana: IMAfiction.
Moderation: Bianca Ludewig (Meetup Berlin) und Melissa Perales (We Make Waves).

PANEL 2
Polnische Komponistinnen elektronischer Musik
8. Juli 2017, 18 Uhr, STUDIO B
Das zweite Panel ist der Situation von Komponistinnen elektronischer Musik in Polen gewidmet. Zu Wort kommen mit Elżbieta Sikora, Jagoda Szmytka und Katarina Glowicka polnische Komponistinnen verschiedener Generationen, die ihre Musik und ihre Arbeitsweise vorstellen. Dies ist zugleich ein guter Anlaß, die Situation weiblicher Komponistinnen in der elektronischen Musik Polens seit dem zweiten Weltkrieg in den Fokus zu rücken.
Teilnehmerinnen: Monika Pasiecznik (Key-Note), Elżbieta Sikora, Jagoda Szmytka und Katarina Glowicka.
Moderation: Helen Heß

PANEL 3
Embodiment in elektronischer Musik
9. Juli 2017, 18 Uhr, STUDIO B
Das Konzept des Embodiments wird auch in elektronischer und interaktiver Musik bereits seit längerem erprobt. Die Idee der Verkörperung dient häufig sehr erfolgreich der performativen und szenischen Annäherungen an musikalische Phänomene. Wir wollen darüber diskutieren, welche neuen Ansätze zur Konzeption der Aufführung elektronischer Musik sich aus dem Konzept des Embodiment ableiten lassen. Im Fokus dieses Panels steht der Austausch zwischen aktueller musikwissenschaftlicher Forschung sowie den Forschungen und Erfahrungen von Performerinnen, Musikerinnen und Komponistinnen.
Teilnehmerinnen: Prof. Dr. Jin Hyun Kim (Key-Note), Alessandra Eramo, hiT͟Hərˈto͞o, Sabine Sanio. Moderation: Julia Schröder