Symposium

kuratiert von Sabine Sanio (in deutscher und englischer Sprache)

Die Diskussion am Freitag, 9. Dezember geht mit Blick auf die elektronische Modifikation und Transformation der weiblichen Stimme verschiedenen, auch für die weibliche elektronische Musik zentralen Fragen nach. Während in der Konstellation von Werk, Interpretation und Performance die Sängerinnen stets große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, bleibt auch für sie die Kooperation zwischen Interpretinnen und Komponistinnen entscheidend. Mit eigenen Performances machen sie sich von der kompositorischen Autorität unabhängig, indem sie diese für sich selbst beanspruchen.

Panel I – 9.12.2016 um 18.00 Uhr im HAU 2
Stimme, Performance und Werk in der elektronischen Musik

Key-Note: Dr. Hannah Bosma (Musikwissenschaftlerin, Universität Amsterdam)
Teilnehmer u.a.: Dr. Hannah Bosma, Anna Clementi (Sängerin/Komponistin, Berlin), Marie-Louise Herzfeld-Schild (Musikwissenschaftlerin, Universität Köln), Sabine Sanio (Musikwissenschaftlerin, Berlin)

 

Das zweite Panel am Samstag, 10. Dezember ist den Pionierinnen elektronischer Musik im Umfeld der französischen Groupe Recherche Musical (GRM) gewidmet. Obwohl es im Umfeld dieser von Pierre Schaeffer 1958 gegründeten Komponistengruppe auch viele Komponistinnen gab, konnten sich diese in der Gruppe nie wirklich durchsetzen. Die Panelteilnehmer diskutieren neben der Situation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch die aktuelle Situation.

Panel II – 10.12.2016 um 18.00 Uhr im HAU 2
Die Komponistinnen der Groupe de Recherches Musicales (GRM)

Key-Note: Reinhold Friedl (Musiker, Berlin/Wien)
Teilnehmer u.a.: Beatriz Ferreyra (Komponistin, Berlin), Reinhold Friedl, Christine Groult (Komponistin, Paris), Clara Maïda (Komponistin, Paris), Bettina Wackernagel (Heroines of Sound, Berlin)

 Interview mit Beatriz Ferreyra @ BBC "Music Matters" - 01.10.2016

 

Prof. Dr. Sabine Sanio leitet seit 2009 das Fach Theorie und Geschichte auditiver Kultur am Masterstudiengang Sound Studies der Universität der Künste, Berlin. Studium der Germanistik und Philosophie. Seit 1991 zahlreiche Veröffentlichungen, Radiosendungen und Vorträge zur aktuellen Ästhetik und zu den Formen der ästhetischen Erfahrung, zur neuen Musik und zur Klangkunst, zur Mediengeschichte und -ästhetik sowie zu den Beziehungen der Künste untereinander, in Buchform: Alternativen zur Werkästhetik (Saarbrücken 1999) sowie: 1968 und die Avantgarde. Politisch-ästhetische Wechselwirkungen in der westlichen Welt (Sinzig 2008). 1991-2011 Mitarbeit bei der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift Positionen. Texte zur aktuellen Musik; 1995-98 Vorsitzende der Berliner Gesellschaft für Neue Musik (BGNM); 1995-2004 konzeptionelle Mitarbeit beim österreichischen Festival für neue Musik „Musikprotokoll“, Graz; 2001 bis 2006 Gastprofessorin am Fachbereich Theorie & Geschichte der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Umfangreiche Herausgebertätigkeit, unter anderem: (zusammen mit Christian Scheib) Das Rauschen, Hofheim 1995, Form – Luxus, Kalkül und Abstinenz. Fragen und Beiträge zu Erscheinungsweisen aktueller Musik, Saarbrücken 1999, Bilder –Verbot und Verlangen in Kunst und Musik, Saarbrücken 2000, Übertragung – Transfer – Metapher. Kulturtechniken, ihre Visionen und Obsessionen, Bielefeld 2004; minimalisms, Rezeptionsformen der 90er Jahre (zusammen mit Nina Möntmann und Christoph Metzger) Stuttgart 1998.

Bettina Wackernagel ist ausgebildete Musik-Theaterregisseurin. Aspekte zeitgenössischer Musik in Verbindung mit elektronischen Medien stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Als Dramaturgin für Film und Musiktheater, verantwortete sie u.a. die visuelle Neufassung von Alexander Skrjabins Prometheus und Mysterium, Salzburger Festspiele, 2003, die UA (Regie) von Manfred Stahnkes Orpheus Kristall, Oper in zwei Medien im Rahmen der Münchner Biennale (2002) und leitete den Internationalen Klangkunstwettbewerb 9-11-38, 2008- in Berlin. Publikationen zu Themen zeitgenössischer Musik und Kunst, u.a.: Musik im Dialog III: Klangkunst – Musiktheater. All Readymade – über Wirklichkeitskonstruktion im Theater, in: KLANG-ZUGANG, Theater der Zeit und Bregenzer Festpiele 2009. Ihre Arbeit wurde als Stipendiatin der Hamburgischen Kulturstiftung, der Stiftung Kulturfonds Berlin sowie mit Förderungen der Siemens Kulturstiftung und der Hanne Darboven Stiftung gewürdigt. Parallel zu ihrer Theaterpraktischen Arbeit initierte sie Festivalformate, die aktuelle Tendenzen elektronischer Musik und Kunst beleuchten. Aktuell: Urban Acoustic Tribe Festival 2015/2016, Berlin, gemeinsam mit Markus Bongartz. songsunlimited Festival, Berlin (2013) und Heroines of Sound Festival 2014/2015/2016, Berlin